2 | Brainstorming: Protokollieren und Visualisieren

Auch beim Brainstorming kann mit geringem Zeitaufwand auf produktive Art und Weise eine Vielfalt von Ideen erarbeitet werden. Da über freies assoziieren phantasiereiche Gedanken zum Ausdruck gebracht werden können, kommt diese Methode meist beim Lösen von Suchproblemen zum Einsatz. Die bereits im Jahr 1953 von Alex Osborn entwickelte Methode, ist bis heute die populärste unter den Kreativitätstechniken.

In Gruppensitzungen, die eine Dauer von 20 Minuten nicht überschreiten sollten, können nach Erfahrungswerten 50-100 Ideen, unabhängig ihrer Qualität, erarbeitet werden. Beim Brainstorming ist die Spontanität und freie Assoziation einzelner Teilnehmer gefragt.

Ein harmonierendes Team, in dem sich jeder Teilnehmer willkommen fühlt, treibt die Leistung der Gruppe voran. Je unterschiedlicher der Wissensstand und Fachbereich der Teilnehmer, desto förderlicher für den kreativen Prozess. Autoritäre oder hierarchische Unterschiede zwischen Teilnehmern können zu Hemmungen führen und eine unbeschwerte Teilnahme verhindern.

Bei kreativen Problemstellungen, sollte die Anzahl von 2-5 Teilnehmern pro Team nicht überstiegen werden. Die Größe gewährleistet das nötige „assoziatives Potenzial“, welches in einer kleineren Gruppe für einen ausreichenden Ideenfluss zu gering wäre.Damit auch jeder in der Kreativsitzung zu Wort kommt und um die Bildung von Untergruppen zu vermeiden, sollte die Zahl allerdings auch nicht überstiegen werden. Ausartende Diskussionen und das Durcheinanderreden mehrerer Personen halten den Prozess zusätzlich auf und werden deshalb unterbunden.

Positive Denkweise für kreative Resultate

Negative Kritik, das heißt „Killerphrasen“ wie: „Diese Idee funktioniert niemals!“ ist in einer Kreativsitzung verboten. Auch nonverbale Äußerungen, wie beispielsweise abwertende Blicke, sogenannte „Killerfaces“, werden in der Sitzung untersagt. Nur durch eine positive Denkweise wird die Produktion neuer Ideen vorangetrieben. Die Teilnehmer werden bereits vor der Sitzung über das Reglement aufgeklärt.
Ein ruhiger Ort der Raum der für ein kreatives Miteinander bietet fördert die Konzentration der Teilnehmer. Eine „konstruktive Atmosphäre“ löst Denkblockaden, ermutigt die Teilnehmer und unterstützt kreatives, freies Denken.

Zur Vorbereitung einer Sitzung wird die vorläufige Problemdefinition erarbeitet. Diese veranschaulicht die Thematik und regt den kreativen Prozess und die Auseinandersetzung mit dem Produkt an. Geladene Teilnehmer werden bereits vor der Sitzung mit Hilfe von Bildern oder Videos mit dem Produkt und der Problemstellung konfrontiert. Eine eindeutige Zielformulierung stellt sicher dass die Teammitglieder das gleiche Ziel verfolgen, die Sitzung also beispielsweise in Kommunikationsideen mit einer klaren Werbebotschaft resultiert.

Protokollieren und Visualisieren

In der ersten Phase des Brainstormings wird die Sitzung durch einen Moderator mit neutraler Funktion eröffnet. Ein Protokollant notiert die Problemstellung als aktive Frage für alle sichtbar an zum Beispiel einer Tafel. Durch die Teilnehmer und deren Analyse kann das Suchproblem gegebenenfalls einer Neuformulierung unterzogen werden.

Ungehemmt steuern die Teilnehmer ihre Ideen zur Problemlösung bei und lassen sich von Vorschlägen aus der Runde inspirieren. Skizzenhafte Handzeichnungen, sogenannte Scribbles sind neben der Sammlung von Stichworten wesentliches Kommunikationsmittel der Kreativarbeit. „Bei nachlassendem Ideenfluss“ kann der Moderator Impulse geben um die Diskussion voranzutreiben. Eine Sitzung kann beendet werden sobald trotz der Nennung von Reizfragen, keine weiteren Ideen aus der Diskussion hervorgehen.

In der zweiten Phase der Brainstorming Sitzung gilt es die gesammelten Ideen zu verarbeiten. In der Gruppe werden die Aufzeichnungen auf Unklarheiten und Sinnhaftigkeit überprüft und gegebenenfalls umformuliert. Die zusammengetragenen Ideen werden in passende Klassen gegliedert: Realisierbare Ideen, Ideen, die nach einer Bearbeitung gut realisiert werden können, Ideen, die nur schwer oder nicht realisierbar sind.

Im Anschluss werden die resultierenden Ideenbündel systematisch bewertet und priorisiert. Abschließend wird ausschließlich an den Ideen, welche sich hinsichtlich er Fragestellung eigenen und tatsächlich weiterentwickelt werden können, festgehalten.

Literaturverzeichnis

Backerra, H./ Malorny, C./ Schwarz, W.: Kreativitätstechniken, 2. Auflage, München 2002
Böhringer, J./ Bühler, P./ Schlaich, P./ Ziegler, H.-J.: Kompendium der Mediengestaltung für Digital- und Printmedien, 5. Auflage, Berlin, Heidelberg 2011
Fries, C.: Grundlagen der Mediengestaltung, 4. Auflage, München 2010
Lankau, R.: Lehrbuch Mediengestaltung, Heidelberg 2007
Radtke, S. P./ Pisani, P./ Wolters, W.: Handbuch visuelle Mediengestaltung, 6. Auflage, Berlin 2012

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